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Autor Thema: Wasseraufbereiter schädlich?!?! Diskussion erwünscht
Gerd_W
Ist öfters hier

ID # 2248

  erstellt: 23. Juli 2010 01:44    zitat    pm   mail   hp  
Hallo,

ich möchte hier mal eine These oder Behauptung aufstellen, die hoffentlich reichlich Resonanz bringt und mir hilft das Thema weiter zu erforschen. Vorab, ich experimentiere nicht mit Fischen aber ich teste bei Neuerwerb die beste Möglichkeit meine Fische möglichst am Leben zu halten.

Ich behaupte hier jetzt mal:

1. Wasseraufbereiter haben auch sehr negative Auswirkungen

2. Lieber ein bisschen Clor oder Cloramin als Wasseraufbereiter solange die Karbonathärte über 8 und der PH-Wert über 7 liegt.

3. Wasseraufbereiter nur bei erhöhten Kupferwerten und Schwermetallen im Wasser, wenn das Wasser Chlor enthält und dann aber nur wenn der PH-Wert unter 7 liegt und der KH wesentlich unter 8

Begründung:

Die Wasserwerke nutzen inzwischen auch Cloramin zum aufchloren von Wasser, um Keime zu unterdrücken. Chloramin T ist aber auch ein Medikament, das zur Beseitigung von Kiemen und Hautwürmern angewandt wurde(Gyrodactol). Ich nenne nun bewusst keine Firmen. Chloramin hat keine wesentlichen Auswirkungen auf Filterbakterien, (eigene Erfahrung und gegoogelte Ergebnisse). Cloramin hält andere Keime im Griff. Cloramin greift die Kiemen der Fische an und veräzt diese, aber nur dann, wenn der PH-Wert wesentlich unter 7 fällt und der KH Wert erheblich unter 8 liegt. In diesem Fall rate ich weiterhin zu Wasseraufbereitern oder zum Einsatz von Kaisernatron. Natriumhydrogenkarbonat, was die Karbonathärte und den PH-Wert stabil hält.

Wasseraufbereiter, egal von welcher Firma und wie die heißen, Aquasave, Aquatop, Biotop, usw... haben einen großen Nachteil. Alles was den Fischen gut tut, tut in diesem Fall auch den schädlichen, phatogenen Erregern gut.

Worauf stütze ich meine Behauptung?

Zum einen auf eigene Erfahrung die ich gleich erklären werde, zum anderen auf eine These, die auf Logik und Recherchen basiert.

Zu erst zur Logik und den Recherchen:

Chlor, Kupfer und andere Metalle, die von Wasseraufbereitern gebunden werden, schaden nicht nur den Fischen sondern auch den pathogenen Keimen. Nicht umsonst werden genau diese gebundenen Stoffe in Fischmedikamenten, allerdings höher konzentriert, wieder gefunden.

In unserem Trinkwasser sind gesetzliche Grenzwerte vorgegeben, die niemals überschritten werden dürfen. Diese Grenzwerte schaden den Fischen im allgemeinen nur dann, wenn sie auch annähernd erreicht werden. Daher ist meine persönliche Meinung, dass unser Trinkwasser für 90% aller Fische so verwendet werden kann, wie es aus der Leitung kommt. (Ausgenommen Seewasser, Diskus, Weichwasserfische, Garnelen und andere Fische die sehr empfindlich auf hartes Leitungswasser reagieren)

Dies begründe ich damit, dass alle Fische, die unter normalen Wasserhärtebedingungen und entsprechenden Leitwerten die denen aus der Wasserleitung entsprechen, normal leben können und davon profitieren, dass die Keimzahl gesenkt ist.

Mögliche leichte nachweisbare Kupferwerte und Chlor oder Chloraminwerte, schaden den Fischen nicht, solange der PH-Wert über 7 und der KH Wert nicht wesentlich unter 8 fällt. Dadurch haben wir hier fast eine Art verdünntes Medikament, das die Keimzahl in Grenzen hält ohne den Fisch zu belasten. Das Argument würde in diesem Fall heißen, Leitungswasser ohne Aufbereiter ist besser.

Jeder Fisch ist an und für sich immer infiziert. Allerdings wehrt sich ein gesunder Fisch bei entsprechenden guten Wasserwerten erfolgreich gegen seine Keime und Erreger dazu gehören auch Würmer und Parasiten.

Das unbehandelte Leitungswasser tut seinen Teil dazu bei, dass diese Erreger in Grenzen gehalten werden und nicht unaufhaltsame Populationen erreichen. Diese Schlussfolgerungen ziehe ich aus Recherchen und eingener Erfahrung, zu der ich nun komme.

Eigene Erfahrung:

Ich züchte und vermehre Guppys. Um ab und zu frisches Blut in die Zucht zu bringen kaufe ich gelegentlich sowohl von Züchtern als auch im Handel einzelne oder mehrere Tiere.

Ich hatte in der Vergangeheit niemals Probleme mit dem normalen Quarantänevorgehen und verwendete ausschließlich Leitungswasser. Da ich gut eingefahrene Filter habe, stören mich auch kurzzeitig erhöhte Nitrit oder Nitrat-Werte die im Leitungswasser nachweisbar sind nicht.

Nun bekam ich von verschiedenen Herstellern als Werbematerial Wasseraufbereiter geschenkt. In der Meinung den Fischen was gutes zu tun habe ich den, versuchsweise bei Fischen die ich umsetzen musste oder neu erworbenen Fischen in den entsprechenden Becken, auch eingestzt.

In schlauer Voraussicht habe ich aber die selbe Anzahl von Fischen jeweils in normales unbehandeltes Leitungswasser umgesetzt. Das Ergebnis war wirklich verherend.

90% aller Fische die in Wasseraufbereiter gesetzt wurden, erkrankten. Die ersten Symptome waren scheuern am Boden. Dann Abmagern, Flossenfäule und als Ursache des Ganzen zu letzt nachgewiesen Kiemenwürmer. Das alles passierte so unheimlich schnell, dass innerhalb von 3 Tagen alles vorhanden war, was es an Krankheiten gibt. Dies hängt natürlich damit zusammen, dass durch die fremden Fische auch fremde Keime eingetragen wurden, zum anderen durch den Wasseraufbereiter hervorragende Verhältnisse für die Keime und Erreger geschaffen wurden.

Die Fische im normalen Leitungswasser erkrankten alle nicht. Von den 90% der erkrankten Fische im Wasseraufbereiter, konnte ich etwas mehr als die Hälfte retten, indem ich sofort eine Wurmbehandlung mit Chloramin T (Gyrodaktol) durchführte. Der Rest ist verstorben. Anschließend an die Behandlung mussten die Fische jedoch noch in Keimreduzierenden Lösungen schwimmen und eine weitere Wurmkur durchstehen, weil Würmer erst getötet werden können wenn diese auch geschlüpft sind.

Ich habe keine negativen Auswirkungen an den Filterbakterien bei meinem Testfilter, durch den Einsatz von Chloramin, feststellen können. Trotz dem ich den vorgeschriebenen Wasserwechsel von 75% nach der Behandlung nicht gemacht habe, sondern nicht mal 50% gwechselt habe. Auch auf Wasseraufbereiter habe ich verzichtet .Die Fische zeigten keine nennenswerte Schwächung und bereits geschwächte Fische erholten sich zum größten Teil relativ schnell. Ich filterte auch anschließend nicht mit Aktivkohle und habe das restliche Chloramin im Wasser belassen. Den Fischen Pflanzen und dem Filter geht es bestens.

Fazit. Chlor bzw. Chloramid ist in niedrigen Konzentrationen und entsprechenen PH und KH-Werten für die Fische ungefährlicher als Wasseraufbereiter. Leitungswasser sollte zwar gut abstehen aber nur dann behandelt werden, wenn die Wasserwerte Chlor aufzeigen und niedere KH + PH-Werte Bedenken geben, die dem Fisch schaden könnten. Ebenso sollte Wasseraufbereiter eingesetzt werden, wenn Kupfer oder andere Metallwerte Anlass zu Bedenken geben.

Ich habe inzwischen von einigen Kollegen und auch anderen Aquarianern gehört, dass sie ebenfalls ähnliche oder gleiche negative Auswirkungen durch den Einsatz dieser Wasseraufbereiter hatten. Meine Behauptung, die sich zusätzlich auf die Bestandteile des Wasseraufbereiters stützen ist nun. Alles was dem Fisch gut tut, tut auch den Erregern gut.

Nun bin ich auf die Erfahrungen anderer sehr gespannt.

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Liebe Grüße Gerd
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Andreas_S
Moderator
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ID # 182

  erstellt: 23. Juli 2010 12:20    zitat    pm   mail   hp  
hallo gerd,
ich habe vor vielen, vielen jahren (um die 25) mal einen wasseraufbereiter benutzt, damals hatte ich keine negativen erfahrungen gemacht, zumindest nicht bewusst.

ich benutze bei jedem wasserwechsel aber einen karbonitfilter, der holt mir alles an schwermetallen, chloriden, medikamentenrückständen und co aus dem wechselwasser, denn es stimmt durchaus, dass die zulässigen grenzwerte der trinkwasserverordnung peinlichst eingehalten werden.
allerdings sind diese grenzwerte für menschen gemacht, also für lebewesen ab 3000 gramm, wenn ich nicht irre, allerdings schwimmt in keinem meiner aquarien ein fisch, der auch nur annähernd dieses gewicht erreichen könnte.
da ist der ansatz der wasseraufbereiter, aber die gebundenen stoffe gehen in den filter und in meinen augen können sie dort die bakterienfauna arg in mitleidenschaft gezogen, was man sich durch den einsatz eines ansich recht günstigen karbonitfilters ersparen kann, denn was nicht ins wasser kommt, muss man hinterher nicht wieder heraus holen.

danke für den interessanten diskussions ansatz, ich hoffe auf einige weitere meinungen.

gruß
andreas

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Gerd_W
Ist öfters hier

ID # 2248

  erstellt: 23. Juli 2010 13:01    zitat    pm   mail   hp  
Hallo Andreas,

danke für den Gedankenansatz, der auch nachvollziehbar ist. Ich bin auch im Besitz eines sogenannten Reisser Filters, der durch eine feine Aktivkohlemembran Chlor, Schwermetalle und vieles andere aus dem Leitungswasser filtert. Diesen zu nutzen erscheint mir auch sinnvoller als Wasseraufbereiter.

Und das die gebundenen Stoffe ja irgendwo bleiben müssen ist auch logisch, denn die werden ja nicht aufgelöst und verdampfen, sondern werden wahrscheinlich von Polymeren festgehalten und wie du sagst u.U. in den Filter transportiert oder sinken auf den Bodengrund.

Zu den Grenzwerten wollte ich noch sagen, dass diese nicht selten an Fischen getestet werden, die längere Zeit in diesem Wasser überleben müssen. Aber die Grenzwerte werden in den meißten Fällen nicht mal ansatzweise erreicht. Im Übrigen sind oft in Teichen und Tümpeln höhere Werte für manche Stoffe, als im Trinkwasser. Die Fische leben dort aber auch.

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Claudia1964
Kennt sich schon aus

ID # 2105

  erstellt: 24. Juli 2010 15:29    zitat    pm   mail  
Hey

Wow endlich mal wieder ein tolles Thema

Auch wenn ich darüber nicht sooooo viel zu sagen habe Ist bei mir einfach Unwissenheit .

Gerd war für mich aber sehr Informativ und ich werde jetzt den Wasseraufbereiter weg lassen .

Danke schön



Grüßle
Claudia

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Gerd_W
Ist öfters hier

ID # 2248

  erstellt: 24. Juli 2010 17:13    zitat    pm   mail   hp  
Hallo Claudia,

so einfach weglassen,ist ganz schön pauschal gesagt. Du musst schon abwägen ob du ihn brauchst oder nicht. Also KH und PH messen und dann aufgrund des Fischbesatzes entscheiden. Wenn es sich um Guppys handelt, dann ist das relativ einfach.

Ich persönlich verwende eigentlich nie welchen und werde mir die Brühe auch nicht mehr ins Becken kippen. Ich kenne dagegen Leute, die schwören drauf ;-)

Also die Entscheidung würde ich abhängig von den Wasserwerten machen und nötigenfalls mäßiger zudosieren wenn es nötig ist.

Lieben Gruß Gerd

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Claudia1964
Kennt sich schon aus

ID # 2105

  erstellt: 26. Juli 2010 14:57    zitat    pm   mail  
Hi Gerd

Uff ich habe Bayerisches Beton Wasser , also knapp über deine angegebenen Werten und das stabil .
Und es sind Guppys und Fensterputzer plus ein paar Panzerwelse ( albino )

Grüßle
Claudia

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Gerd_W
Ist öfters hier

ID # 2248

  erstellt: 27. Juli 2010 05:07    zitat    pm   mail   hp  
Hallo Claudia,

ok da würde ich mich dann auch entscheiden den Wasseraufbereiter wegzulassen, es sei denn das Wasser riecht wie im Freibad :-D

Grüße Gerd

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